Moore gehören zu den wichtigsten und effektivsten Klimaschützern weltweit. Das liegt daran, dass sie Kohlenstoffdioxid (Co2) speichern und zwar deutlich mehr als Wälder. Das ist vielen Menschen gar nicht bewusst, denn dieser Effekt ist nicht direkt sichtbar. Die Wirkungsweise von Mooren wirkt also komplex und schwer greifbar.
Die Umweltstation mooseum bemüht sich seit fast zwei Jahrzehnten für den Schutz und den Erhalt der Moore in der Region zu werben und bietet entsprechende Bildungsangebote an.
Um zu veranschaulichen, wie Moore CO2 senken, hat das mooseum unter Leitung des Umweltpädagogen Sebastian Diedering in Kooperationen mit einigen weiteren Umwelteinrichtungen bundesweit ein einzigartiges Modell entwickelt. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat das Projekt „Mobiles Schauobjekt Moor“ bewilligt. Das Modell bietet viele Vorteile:
Es ist transportabel, interaktiv und kann ein Moor in intaktem und degenereriertem Zustand simulieren: Das intakte Moor zeigt die Oberfläche mit seinem typischen Erscheinungsbild begleitet vom Gesang charakteristischer Vögel. Die Einlagerung des CO2 aus der Atmosphäre in den Torfboden wird mit Lichteffekten dargestellt. Der Wasserstand im natürlichen Niedermoor wird in einem Wassertank der bis zur Boden-Oberfläche reicht, gezeigt.
Nun kann das Trockenlegen vom Moor durch Leeren des Wassertanks simuliert werden und die Akustik ändert sich: Traktorengeräusche stehen für landwirtschaftliche Nutzung. So gelangt vermehrt Luft und damit Sauerstoff in den Boden, Kohlenstoffdioxid (CO2) wird nicht mehr gespeichert. Im Gegenteil: Weil Kleinlebewesen vermehrt Pflanzenreste zersetzen, wird wieder mehr dieses Treibhausgases in die Atmosphäre abgegeben und trägt damit zur Klimaerwärmung bei. Diese Vorgänge werden im Modell wieder durch verschiedene Lichteffekte sichtbar gemacht.
Gefördert wurde die Erstellung dieses Models von der Sparkasse Nordschwaben. Bei der Vorführung im mooseum betonte Martin Jenewein, Sparkassendirektor und stellvertretender Vorstandsvorsitzender, die Wichtigkeit von Umweltbildung: „Wir verstehen unseren Auftrag als regionaler Finanzdienstleister auch in der gesellschaftlichen Verantwortung. Bildung ist dabei eine wichtige Säule. Deswegen unterstützen wir dieses Modell, das die Wichtigkeit von Mooren als natürliche Klimaschützer einfach und anschaulich erklärt. Gerade in unserer Region gibt es z.B. mit dem Dattenhauser Ried und dem Gundelfinger Moos sehr wertvolle Ökosysteme für unterschiedlichste Tiere und Pflanzen.“
Reinhold Wilhelm, Vorsitzender des Fördervereins mooseum betont, dass mit diesem neuen Modell für mehr Akzeptanz bei den Besucher:innen der Umweltstation für die Renaturierung von Moorflächen geworben werden kann. Die Kooperationspartner des mooseums Donautal-Aktiv und die ARGE Donaumoos sind dabei in der konkreten Umsetzung aktiv.
Wer das Moor-Modell in Aktion erleben will, kann eines der vielfältigen Bildungsangebote zum Thema „Moor“ buchen: „Platsch da – unterwegs im Moor“ oder „Das Rätsel im Moor: Der verlorene Knochen“ eignen sich für Schulklassen verschiedenster Jahrgangsstufen.
Auch bei einer Ausfahrt mit dem Moos-Mobil direkt ins Moor, die z.B. neben Schulen auch für Vereine und Familien individuell buchbar sind, gibt es interessante Eindrücke in diesen Lebensraum. Buchungen können unter www.mooseum.net erfolgen.